Artikel
8 Kommentare

Warum ich so sehr dankbar bin …

2016_09_08_081954

Ich bin Zeitung. Und als ich dies gestern Abend vor meinen Augen sah, überkam mich eine Dankbarkeit, wie ich sie kaum bisher erlebt habe.

Meine gewohnte Welt hinter mir zu lassen, bedeutet nicht unbedingt, „meine Sachen zu packen“.

Es geht mir vielmehr darum, meine emotionale Berührbarkeit zu leben. Sie hilft mir meine Gedanken, Einstellungen und Haltungen mir selbst und dem Leben gegenüber immer wieder zu entwickeln, zu hinterfragen.

Ich wurde oft nicht bewusst aus freien Stücken auf diesen Weg gebracht. Fühlte mich häufig verloren und für diese Reise nicht ausreichend gerüstet.

Zog ich in der Vergangenheit Konformität, Dumpfheit und Verleugnung der Treue zu mir selbst echter Autonomie vor, geriet ich in den Sog der Suchenden. Ich fühlte einen massiven Druck des Allltags. Unruhe. Auf selbstzerstörerische Weise gefährdete ich meine Gesundheit.

Ich entscheid mich oft, andere Menschen auf Kosten meines eigenen Fühlens zufriedenzustellen und hegte dann auch noch den Groll gegen diese Menschen.

Dabei bewertete, verurteilte und kritisierte ich mich unentwegt selbst. Ging Konfrontationen lieber aus dem Weg und verwechselte meine fehlende Fähigkeit, mich selbst wahrzunehmen, mit Flexibilität und Kooperation.

Mein Streben nach einer vollkommenen äußeren Welt ist zum Scheitern verurteilt, wenn ich mich nicht auf die Erforschung meiner eigenen inneren Welt aufmache.

Immer wieder.

Schicht für Schicht fallen Täuschungen und Illusionen von mir ab, bis ich immer mehr zu dem werden darf, was wirklich in mir steckt.

Mir dabei auch Angst einzugestehen, führt dabei keineswegs zur Entmutigung. Gerade weil diese Angst auch immer mal wieder in mir steckt, besitze ich auch die Fähigkeit, Angstlosigkeit zu erleben.

Dies immer wieder in den letzten Jahren erlebt zu haben, dafür bin ich sehr sehr dankbar. Dazu bin ich nicht gekommen, in dem ich meiner Angst und meiner Furcht aus dem Weg gegangen bin, sondern indem ich sie immer wieder überschritten habe und überschreite.

Tue es oder tue es nicht. Es gibt kein Versuchen.

Bildschirmfoto 2015-07-06 um 19.26.28

 

Danke lieber Micha Klotzbier.

8 Kommentare

  1. Pingback: Fucking JA sagen können ... - rawrebel.de

  2. Wow Astrid!

    Ich finde Deine Geschichte einfach nur toll! Vielen Dank, dass Du sie teilst. Sie ist ein gutes Beispiel zu zeigen, was wirklich in einem steckt! Hut ab vor Deiner Courage, Deiner Motivation und Deiner Konsequenz – hör nicht auf davon zu erzählen, Du kannst viele inspirieren (endlich) Veränderungen zu wagen (egal in welchem Alter) und ich glaube das brauchen wir heute mehr denn je. Bin auf Deine weiteren Artikel, Erlebnisse und Erfolge gespannt!

    Liebe Grüße Gwendolin

    Antworten

    • Liebe Gwendolin,
      vielen Dank für Deinen Zuspruch. Auch mich ist es immer wieder schön, wenn ich all das rückwirkend sehen kann.
      Veränderungen zu wagen und egal in welchem Alter – das trifft es.
      Und wer sagt, dass MAN mit 47 Haus, Hof und einen weißen Zaun haben muss. 🙂
      Danke, dass Du weiter dabei bist.
      Liebe Grüße
      Astrid

      Antworten

  3. Astrid – mein Star

    Erst TV, nun Zeitung….was kommt als nächstes??? Ich hoffe bevor du nach Hollywood auswanderst das ich es noch mal schaffe dich in Berlin zu besuchen

    Du kannst sehr stolz auf dich sein. Und das meine ich jetzt nicht nur auf Gewichtsabnahme, Marathon, TV und Zeitungsartikel….sondern ganz allgemein

    Drück dich…

    Antworten

    • So meine Liebe, bis Malle hast Du es ja schon mal geschafft. Da ist Berlin nicht mehr weit …
      Auswandern?? Erst, wenn ich Rockefellers Sohn getroffen habe … Hi, hi, hi!! 🙂
      Danke für Deine Zeilen. <3

      Antworten

  4. Liebe Astrid,

    über einen ganz anderen Weg kommst du zu den gleichen Erkenntnissen wie ich und immer mehr Menschen, wie ich den Eindruck habe. Das macht solchen Mut.
    Ich arbeite von zuhause aus am Computer und gehe selten raus, weil ich nicht recht weiß, wozu. Ich lebe auf Mallorca und hänge dann viel zuhause rum. Nun möchte ich das seit meiner Alpenüberquerung im August ändern, auf der ich auch einen Schlag lustiger Marathonläufer aus Berlin traf, die mich inspirierten, einfach ganz sachte mit dem Laufen loszulegen. Ich habe mir selbst versprochen, jeden Tag 10 Minuten rennen zu gehen, einfach, um rauszukommen, am Meer zu sein, mich lebendig zu fühlen. Wenn mein Körper möchte, steigere ich das mit der Zeit. Achtsamtkeit ist gefragt. Es soll kein Zwang werden, wie in der Vergangenheit, wo ich schon öfter mal mit dem Laufen beginnen wollte.

    Was gefällt dir so am Laufen? Trainierst du allein oder mit anderen? Kamen die Erkenntnisse durch deine „Laufbahn“ im wahrsten Sinne des Wortes?

    Ich bin dir dankbar, dass du deine Geschichte und Gedanken hier mit uns teilst.
    Herzlichste Grüße
    Elisa

    Antworten

    • Hallo liebe Elisa,
      wow du lebst auf Mallorca!!! Welch ein Traum. Wir waren neulich das erste Mal dort und es hat uns gut gefallen. Ich habe jeden Morgen auf der Terrasse gesessen und aufs Meer geblickt und den Sonnenaufgang beobachtet der jedes Mal von neuem Glücksgefühle in mir ausgelöst hat…ein neuer Tag…wieder eine Chance neues zu entdecken, das Leben neu kennen zu lernen…

      Jetzt muss ich mich mit dem Steinhuder Meer begnügen welches ich auch immer wieder toll finde.

      auf mallorca hab ich übrigens viele Läufer gesehen! würde es dir leichter fallen mit anderen zusammen zu laufen, auch mehr raus zu gehen?

      Liebe Grüße Jen

      Antworten

    • Liebe Elisa,

      vielen Dank für Deine Worte. Und die Freude darüber, dass ich meine Geschichte teile. Danke. 🙂

      Ich arbeite auch im Home Office. Und so zieht es mich gerade dadurch raus. Wenn Du erstmal ein Ahnung davon bekommst, wie schön Laufen ist, wie es sich anfühlt, wenn Du Dich am Anfang „überwunden“ hast, dann kommt der Stolz und die Lust auf weiter. Nur so kann es irgendwann auch zu einer Haltung und einem Bedürfnis werden. Das dauert, da alte Gewohnheiten sehr mächtig sind.
      Und wenn es auch nur 10 Minuten sind …Wundervoll.

      Ich laufe am liebsten allein. Geniesse die Zeit der Stille mit mir in der Bewegung. Am liebsten am frühen Morgen. Allein und mit Hund. Alles kam erst durch das „Machen“!! Ich habe Gottseidank aber auch einen Job, der mir erlaubt auch mal in Laufsachen das Haus zu verlassen, um später noch eine Runde zu laufen – wie heute geplant, da ich seit 6 Uhr im Home Office arbeite. 🙂
      Was mir am Laufen gefällt? Die Bewegung, egal in welcher Geschwindigkeit. Die Stille mit mir. UND das Gefühl danach.

      Wenn es einfach wäre, könnte es ja auch jeder. 🙂

      Ganz liebe Grüße
      Astrid

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.